Segeln in den Kykladen – Törn 2017

Dieses Jahr sind wir mit der Betriebssportgruppe Segeln in Griechenland unterwegs. Wir starten am 6. Mai für eine Woche von Lavrion aus in den  Bereich der nördlichen und mittleren Kykladen.
Da der Mai zu den windschwächsten Monaten gehört, sind wir sehr gespannt wie weit wir voran kommen. Als imaginäres Ziel streben wir zumindest Paros oder Mykonos an.
Wir stehen schon in den Startlöchern und können es kaum noch erwarten die Yachten, zwei Bavaria 51C und eine Oceanis 41, zu übernehmen und los zu segeln. Die Vorbereitungen sind nahezu abgeschlossen, wir müssen nur noch den Shuttel-Service buchen und die Verpflegungsliste fertig stellen.

Am ersten Abend wollen wir alle gemeinsam Essen gehen. Das ist bereits die erste Herausfordernung, denn es war nicht einfach für 24 Personen ein nettes Restaurant zu finden. Wir haben fast das gesamte Restaurant „To Steki tou Mina“ reserviert.

Nun gehts Los – Anreise und Törn

 

26.05. Heimreise

Bei uns war die Heimreise wie der Törn, von Guadeloupe mit einer Stunde Verspätung gestartet. In Paris Orly gab es bei der Gepäckausgabe ein Sicherheitsproblem, alle Passagiere mussten zurück in den Bereich der Einreise/Passkontrolle, in der wir 45 Minuten lang dicht gedrängt wie die Heringe standen und darauf warteten dass es weiter geht. Dann begann der mühsame Transfer, es waren einige Kreditkarten-Zahler beim Shuttleservice, das Bezahlen und Einsteigen hat ewig gedauert. Wir mussten nach CDG, Gate 2 G (Umstieg bei 2 F in das nächste Shuttle), an allen Haltepunkten stieg jemand aus und musste sein Gepäck unten aus den Bus heraus suchen. Für den Umstieg in Paris hatten wir ursprünglich 6 Stunden Zeit. Als wir nach diesem Zirkus ankamen hatten wir gerade noch eine Stunde Zeit um einzuchecken und in aller Ruhe Kaffee zu trinken. Anschließend ging es dann allerdings reibungslos und pünktlich nach Hannover. Dort haben wir dann sogar unser Gepäck bekommen. Nach solch einer Reise freut man sich dann schon über kleine Selbstverständlichkeiten. ;-))

25.05. Guadeloupe, Inselrundfahrt Basse Terre

Sven ging es nicht so gut, er blieb deshalb im Hotel. Heute war die längst überfällige Rum-Destillerie dran. Wie bereits beschrieben, lässt die Beschilderung sehr zu wünschen übrig. Die erste Destillerie fanden wir einfach nicht, ich vermute der Reiseführer wurde von der Realität überholt und die Destillerie gab es gar nicht mehr. Die nächste Destellerie (Longueteau bei St. Marie) war relativ leicht zu finden und sogar noch in Betrieb. Es gab keine Führung, wir konnten einfach so durch die Produktionsstätte gehen. Einer der Mitarbeiter sprach etwas English und nannte uns ein paar Details zur Produktion, z. B. dass die Gährungstanks 45.000 Liter fassen, die Gährung zwei Tage dauert und der Sud dann 5% Alkohol enthält. Im Verkaufsraum konnte dann der Rum probiert werden. Er war sehr lecker, aber aufgrund der 30 Grad Außentemperatur haben wir uns doch sehr zurück gehalten. Bei dem nächst gelegenen Wasserfall „Cascade aux Ecrevisses“ kühlten wir uns im angenehm feuchten Schatten etwas ab. Am Nachmittag war dann der obligatorische Stadtbesuch in Pointe a Pitre dran. Hier stand die Luft und es war gefühlt weit über 40 Grad heiß. Wir schlenderten durch ein paar enge Gassen und fanden die in der Karibik üblichen kleinen Läden und Boutiken, ein Kaufhaus suchten wir vergebens. Nach einem kurzen Stop beim großen „M“ und einem Eis im Straßen-Café ging es zurück zum Hotel. Hier streikte zur Abwechslung mal wieder Aufzug, und wir gingen zu Fuß in die 4. Etage. Hauptsache er funktioniert wieder wenn wir am letzten Tag mit dem Gepäck weg wollen.

24.05. Vulkanbesteigung „La Soufriére“

Laut Reiseführer war für den Vulkan ein 90 minütiger Aufstieg für Geübte erforderlich. Diese Ankündigung reichte für Waltraud aus um diesen Tag am Strand zu verbringen. Aufgrund der bekannten mangelhaften Ausschilderung hatte ich mir den Einstieg für diese Tour bereits im Hotel heraus gesucht. Wir starteten schon um 9 Uhr um nicht in der Mittagshitze aufsteigen zu müssen, und waren bereits um 10 an der vorgesehene Stelle in Mehrwart. Fehlanzeige – hier war ein Weg mit 7 Stunden Gehzeit zum Vulkan ausgewiesen. Wieder den Reiseführer her genommen und nach Hinweisen recherchiert. Anscheinend soll es von Basse Terre hoch nach St. Cloude und von dort zu Fuß weiter zum Vulkan gehen. Basse Terre lag am anderen Ende der Insel und 60 km Küstenstraße vor uns. Jetzt wollten wir es wissen, Serpentinen rauf und runter, Kurven rechts und links, mir wurde schon fast schlecht von meiner eigenen Fahrerei. In St. Cloude dann wieder nach Hinweisen zum Vulkanaufstieg suchen, um 12 Uhr waren wir endlich am Ziel. Zum Glück war es heute nur 30 Grad und etwas bedeckt, sonst wären wir beim Aufstieg eingegangen. Von 900 Metern ging es nun auf einem steilen Kletterpfad bis auf 1450 Meter. Als „geübte“ brauchten wir dann aber doch 80 Minuten für den Aufstieg. Oben am Vulkan war es leicht neblig bzw. wir befanden uns in den Wolken, und es roch stark nach Schwefel. Sven seine Brille war trotz wischen ständig beschlagen, durch die Gläser waren lediglich die Pupillen erkennbar. Das sah so lustig aus, dass ich trotz der feuchten Witterung ein Foto machen musste. Am Parkplatz war ein großes Wasserbassin das uns so erschöpft wie wir waren zum Baden einlud. Bein reinsteigen stellten wir fest, das hier Geothermie eingesetzt wird. Das Wasser war 25 Grad warm und somit wärmer als die Außentemperatur. Als wir wieder am Parkplatz waren stand mein Handy auf Grundeinstellung und alle Daten – auch die vielen Fotos – resettet.

Nachtrag 21.05. Kat-Übergabe (Wir sollten diesen Blog jetzt am besten umtaufen in: „Fluch der Karibik“)

Wie immer ist der Übergabetag hektisch und vom Einpacken der persönlichen Sachen, Ausräumen der restlichen gebunkerten Lebensmittel und dem Verabschieden der Crewmitglieder geprägt. Wenigstens war von den gebunkerten Sachen nur noch sehr wenig an Bord, es war fast eine Punktlandung! Die Übergabe sollte um 8 Uhr anfangen, der Guide kam aber erst um 9 Uhr. Da musste ich dann weg um unseren Mietwagen abzuholen. Um 11 Uhr war die Übergabe erledigt, DYC hatte nur noch unsere offene Mängelliste übernommen.

Als wir um 12 Uhr am Hotel ankamen waren unsere Zimmer noch nicht fertig, sie wurden für 14 Uhr angekündigt. Da wir noch auf Sabine, Arndt und Martin warteten, machte das erst einmal nichts. Die drei kamen erst eine Stunde später, der Taxifahrer hatte sie erst einmal zum Airport gefahren und dann die gesamte Fahrstrecke abgerechnet. Wir setzten uns an den Strand in den Schatten. Um 14 Uhr gab man dann zu, dass das Programm zum Programmieren der Zimmerkarten nicht lief, und es noch eine Weile dauern könnte, aber Techniker arbeitete schon daran. Wir konnten dann aber wenigstens unser Gepäck in die Zimmer bringen und uns strandfertig machen. Als die drei dann gegen 17 Uhr zum Airport fuhren bekamen wir unsere Zimmerkarten. Das Programm scheint doch noch nicht funktioniert zu haben, die Karten waren nicht freigeschaltet. Also noch mal zur Rezeption, dann klappte es aber. Abends ging es dann zum Italiener um die Ecke, endlich wieder Pizza!

Nachtrag 20.05. Îles les Saintes – Guadeloupe

Zum Törnabschluss wollten wir noch einmal in einer schönen Bucht baden und schnorcheln, deshalb legten wir noch vor dem Frühstück ab und fuhren zur gegenüber liegenden Ziegeninsel. Die Bucht war ein Volltreffer, herrlich klares Wasser und mit Korallen überwachsene Felsen, und dazwischen ganz viele bunte Fische. Ein riesiger Schwarm von Minischwertfischen umringte mich. Der Schwarm verhielt sich ganz ruhig, bis die anderen kleinen Fische ihre Scheu verloren und zu nahe kamen – schwupp – und die mutigsten davon waren verschwunden. Inzwischen waren beide Wassertanks leer, d. H. nach dem Baden keine Dusche und die Toiletten wurden mit einem Schluck Salzwasser aus der Pütz gespült. Nach dem Mittag mussten wir uns sputen, denn wir hatten noch 24 NM vor uns und mussten mit dem Kat um 18 Uhr voll getankt in der Marina liegen. 17:30 Uhr waren wir an der Tanke, Motoren aus! Nein doch nicht, Motoren an und zur anderen Säule verlegen, Motoren aus! Fertig, wir wollen los – Motoren an – geht nicht, der Backbordmotor zieht nicht richtig durch, Batterie alle! Anruf bei DYC, sie kommen und geben uns rasch Starthilfe. Da der Chef von DYC schon an Bord war, hat er uns den Service geboten und den Kat auch gleich in die enge Box in der Marina gefahren. Jetzt wurde ausgiebig geduscht, obwohl wir ununterbrochen Wasser tankten wurde der Tank die nächste Stunde nicht voll. Die andere Crew war bereits Mittags in der Marina, da der weibliche Teil der Crew noch auf den Markt zum Andenken kaufen wollte. Der Markt war ein typischer Touri-Markt, sie kamen ergebnislos zurück. Am späten Abend (wir mussten auf die 20 Essen lange warten) hatten wir unser Abschlussessen in einem typisch Französichem Restaurant (kleine Portionen – großer Preis). Der Tisch selbst war grob gefertigt und hatte in der Tischmitte eine breite Fuge, die durch ein Tischtusch verdeckt war. Es kam wie es kommen musste, ich stellte mein Bier versehentlich zu knapp auf die Fuge und – schwupps hatte ich es auf der Hose. Das nächste Bier kam – jetzt schön vorsichtig neben die Fuge gestellt. Leider wusste mein Gegenüber nichts davon, er schob mein Bier mit der Speisekarte ein wenig zur Seite, und – schwupps hatte ich es wieder auf der Hose, die inzwischen Biergetränkt war. Das Essen war sonst aber sehr gut. Zum Törnabschluss vernichteten wir dann noch die letzten Bierreserven an Bord.

Nachtrag 19.05. Dominica – Îles les Saintes

Heut galt es früh aufstehen, denn für 8 a.m. hatten wir eine Flussfahrt in den Indian River gebucht. Wir wurden mit zwei Booten in den rasch kleiner werdenden, ruhig dahin fließenden, Indian River gerudert. Nach wenigen Metern wurde die Vegetation sehr dicht und bekam Urwaldcharakter, dichter Mangrovenwald (unser Guide – „Eric Spagetti“ – nennte sie Blutbäume, da der Baumsaft blutfarbend sein soll) säumte die Ufer. Zwischen den Wurzeln hausten dutzende zum Teil riesige Krabben. Bei einer kleinen Holzhütte zwischen den Bäumen am Ufer soll eine Szene von „Fluch der Karibik“ gedreht worden sein. Man kann es glauben oder nicht, zumindest wirkte der immer enger werdende Mangrovenwald sehr abenteuerlich. Aus den voran gegangenen Epochen waren auch noch Zuckerrohr, Banenbäume und Kokospalmen übrig geblieben. Das Regenwaldflair rundeten die Kolibris und die schrillen Urwaldgeräusche ab. Auf dem Rückweg fing es an zu regnen und Eric Spagetti zog sich rasch seinen „Ostfriesennerz“ an. Dann ging es richtig los, ein Wolkenbruch zog über uns hinweg, wir konnten gerade noch unsere Handys und Fotoapparate in einer Plastiktüte retten. Am Kat angekommen hatten wir keinen trockenen Faden mehr am Leib.

Gegen Mittag ging es dann weiter zu den Îles les Saintes, wir warfen unseren Anker in der Bay du Marigot. Entgegen der Beschreibung fanden wir die Bucht nicht so reizvoll, es lägen zwei alte Wracks am Strand und das Wasser war zum Schnorcheln zu trübe. Nach einem kurzen Aufenthalt fuhren wir in die „Anse du Burgh“ zum cropped-cropped-Karibik.jpgEinklarieren. In Bourg des Saintes fanden wir nach kurzer Suche das Office, es war ein „Internet-Café“ im 1 Stock. Nach den üblichen Eingaben am PC und 30 Minuten später waren wir wieder auf der Straße. Der Ort selbst war in der Ruhe der Nachsaison eingeschlafen, die meisten Geschäfte und Restaurants waren geschlossen.

Inzwischen bekamen wir den Generator und folglich auch den Wassermaker nicht an, so dass unsere Wasserreserven langsam knapp wurden.

Nachtrag vom 18.05. Dominica Inselrundfahrt

Gleich bei unserer Ankunft haben wir bei unserem Guide „Lawrence of Arabia“ eine Inselrundfahrt gebucht, die wir heute um 8 a.m. antreten (sollten – mit der Karibischen Gelassenheit wurde es 8.30). Uns erwartete Kleinbus mit seinem Kollegen „Uncle Sam“, der uns nach unseren Wünschen über Dominica fahren sollte. Unser erster Stop war der Botanischen Garten in Roseau. Der Weg mit einem ca. 50 m hohem Aufstieg führte uns an vielen Regenwaldbäumen und einem dicht gewachsenen haushohen Bambushain vorbei. Es war sehr heiß und wir, als wir oben ankamen, das erste mal durchgeschwitzt. Zweiter Stopp der Freshwater Lake: Der See lag sehr weit oben in den Bergen, daher war es angenehm kühl, ansonsten war der See wenig beeindruckend. Interessanter war da eher der Weg dorthin, er führte über schmale teils abgebrochene Straßenabschnitte und sehr steile Steigungen. Am beeindruckendsten war die Holzpipeline zur Stromerzeugung, sie war aus Brettern zusammengefügt und zumindest von außen dünn mit Teer versiegelt. Nächster Stopp war der Titou Gorge Fall, um darin zu Baden musste man sich Schwimmhilfen ausleihen. Wir verzichteten auf das Badevergnügen und sahen uns den mittelgroßen Wasserfall von der Seite her an. Nächster Stop waren die Trafalgar Falls: Zwei sehr schöne Wasserfälle, an die man auch relativ nahe heran kommt (zumindest wenn man das Klettern über die großen Steine nicht scheut) und herrlich erfrischendes Wasser. Als Abschluss für diese Tour haben wir uns ein Bad am Champagne Reef im Meer gegönnt. An einigen Stellen steigen dort aus vielen dicht aneinander liegenden Quellen Schwefelgase in Form von kleinen Bläschen an die Oberfläche. Unsere Schnorchler erfreute zudem das klare Wasser und die vielen Fische.

An den Steilufern entdeckten wir einige große Löcher, aus denen uns Leguane misstrauisch beobachteten.

Zum Ausklang des Tages lud uns Sabine (sie hatte heut Geburtstag) zu einem leckeren Barbecue mit Rum-Punsch und Musik ein.

Außerdem hatte uns DYC aus Guadeloupe im Laufe des Tages eine neuen Schraube besorgt und anbringen lassen – die Weiterreise war gerettet.

23.05. Guadeloupe, Inselrundfahrt Grande Terre

Unser heutiges Ziel war die Ostspitze der Insel – Pointe des Colibris, eine von der starken Brandung sehr ausgewaschene und zerklüftete Felsformation, von der wir einen guten Ausblick auf die Nachbarinseln La Petite Terre und La Desirade hatten. Wir waren erstaunt, dass bei der Trockenheit an der Ostspitze noch so viel Strauchwerk wächst. Der nächste Stopp war in Le Moule der Park mit Historischen Skulpturen und das Museum Edgar Clerc, mit Ausgrabungen und Kultur der Karibischen Ureinwohner. Bereits zu Anfang des ersten Jahrtausends unserer Zeitrechnung gab es Kontakte zu den Amerikanischen Indianern, dies schloss man u.a. aus dem ähnlichen Aufbau der Palmhütten und Siedlungen. Ein großer Teil der Kultur aber blieb unbekannt, da Columbus bzw. die Conquistadores wenig über die vorgefundene Kultur der Kariben aufzeichneten. Zum Abschluss des Tages badeten wir am schönen Palmstrand von St. Anne.

22.05. Guadeloupe, Le Gosier

Dies war unser erster Erkundungsgang, wie fuhren als erstes nach Moreau um zu den Wasserfällen zu wandern. Leider war die Beschilderung des Wanderweges sehr spärlich, und nach zwei Stunden Wandern im Urwald waren wir, ohne die Wasserfälle gesehen zu haben, wieder am Auto. Nicht all zu weit entfernt war unser nächstes Ziel: Parc Archeologique et Botanique. Die Ausschilderung war auch wieder sehr spärlich, und als wir endlich ankamen war der Garten geschlossen, es war Sonntag. Unser nächstes Abenteuer war Essen gehen in einem Strandrestaurant neben der Batterie in der Nähe von Trois-Riviéres, als wir ankamen waren nur ein paar einheimische Männer darin und die Bedienung sprach nur Französisch. Mit Hilfe eines Gastes konnten wir unsere Bestellung dann doch aufgeben, und das Essen war gut bzw. es war alles in Ordnung. Unser letzter Versuch waren die Wasserfälle in Corbet. Die Straße wurde abenteuerlich eng und steil, und zum Schluss fast unwegsam, aber es gab immer wieder Schilder die uns den Weg bestätigten. Hier gab es auch eine kurze Wanderung durch den Regenwald, beeindruckend war die warme Feuchtigkeit (wie bei uns im Regenwaldhaus), Baumfarne, schrilles Vögelgezwitscher, alles nass und moosig, die Baumwurzeln wuchsen wild über den Weg, man musste regelrecht darüber klettern, teilweise sahen sie aus wie Schlagen. Diesmal wurden wir mit einem schönen Wasserfall belohnt.

17.05. Basse-Terre – Dominica -Prince Rupert Bay, Portsmouth

Nach dem Frühstück fahren Sabine, Martina und Raphaela zum Einkaufen mit dem Taxi zu einem nahe gelegenen Supermarkt. So super wie gedacht war er nicht, relativ klein, es gab nicht mal Coca-Cola. Dafür waren wir beim Ein- und sofort wieder Ausklarieren erfolgreicher. Die Amtshandlung wurde von der Bedienung im Restaurant „Barracuda“ durchgeführt. Sie setzte sich selbst an den PC, gab für uns die Schiffs- und Crew-Daten ein und war nach 20 Minuten (immerhin sind wir 12 Personen) fertig, und das ganze kostenlos! Für den Superservice gönnten wir uns gleich noch ein Eis bei Ihr.

Um 11 a.m. bei 5 Bft. Ost und halben Wind ging es Richtung Dominica.  Als wir kurz vor dem Dunkelwerden in Portsmouth ankamen war es sehr stürmisch geworden. Das erste Ankermanöver misslang, da wir in Richtung einer Muringboje drifteten. Bei dem Starken Wind war es sehr schwierig sich von der Muringboje fern zu halten. Ich wollte einen zweiten Ankerversuch starten, bekam aber den Kat nicht durch den WInd gedreht, der Backbordmotor brachte anscheinen keine Leistung mehr. Mit nur einem Motor und ein wenig tricksen bekamen wir den Anker dann doch an einer guten Stelle ins Wasser. Unsere Vermutung, dass sich eine Tüte oder Lappen in der Schraube verfangen haben könnte bestätigte sich leider nicht, es fehlte die komplette Schraube! Ich rief gleich die Charterbasis auf Guadeloupe an, die uns Ihre Hilfe zusagte.

Beim Einlaufen hatten wir unseren zweiten Kat noch gesehen, jetzt war er aber nicht mehr da – hatten die uns nicht kommen sehen und sind abgefahren? Noch viel schlimmer – der Anker hatte sich bei dem Starkwind gelöst und der Kat war abgetrieben. Wie sich heraus stellte war Monika allein an Bord, sie konnte zwar die Motoren anwerfen, kam aber aufgrund des herunter hängenden Ankers nicht zurück in flacheres Gewässer. Zum Glück kam die Crew gerade zurück und konnte ihr dann helfen. Aufgrund des Vorfalls schliefen wir die Nacht mit dem Starkwind auch mit dem Ankeralarm sehr unruhig, aber unser Anker hielt.

16.05. Jacques Cousteau Réserve – Basse-Terre

Noch vor dem Frühstück verlegen wir den Kat in das Marine Reservat bei den Pigeon Islands. Für die Yachten wurden dort Muring-Tonnen ausgelegt, vermutlich aber eher für kleinere Yachten als die unserige. An der Stelle die wir uns ausgewählt hatten gab es nur eine Muring-Tonne, und die war äußerst nah an den Felsen. Zum Glück ging eine leichte Strömung durch die Bucht die uns immer ausreichend weit von Felsen fern hielt. Dies war eine super Stelle zum Tauchen und Schnorcheln, sehr klares Wasser und viele Fische, ich habe sogar einen Tunfisch gesehen.

Mittags ging es weiter nach Basse-Terre in die Marina de Riviére Sens. Für die Abmessungen unseres Kat war es eine sehr kleine Marina, in der Mitte konnten wir kaum wenden. Wir fanden dann doch einen schönen Platz neben einer Deutschen Crew, die seit einer Woche nur im Bereich von Guadeloupe unterwegs waren. Die schwärmten auch von ihrem Ausflug zum Vulkansee und in den Regenwald. „Regenwald“ – Bei manchen von uns weckte das sofort die Abenteuerlust, andere wiederum meinten Regen (es regnete gerade) und Wald reichen für Regenwald vollkommen aus. Da es erst 3:30 p.m. war, gingen Sven, Kalle und ich los um den Regenwald zu erkunden. Wir orientierten uns einfach mal bergan und trafen auf eine Tafel mit Wanderweg, neben der ein abenteuerlicher Pfad im Wald verschwand, das Ziel war eine Vulkan-Beobachtungsstation, laut Tafel 250 Höhenmeter. Wie drei abenteuerlustige Jungen kletterten wir über Stock und Stein und glatte Felden, es hatte gerade geregnet, eine Stunde lang bei 30 Grad (glücklicherweise im Schatten) den Berg hinauf. Durchgeschwitzt kamen wir oben bei der Beobachtungsstation an. Leider war es nur eine Seismografische Beobachtungsstation und kein Vulkan in der Nähe. Auch das angekündigte Hotel war nur noch eine Ruine und es war alles geschlossen – keine Getränke. Inzwischen mussten wir uns beeilen um vor dem Dunkelwerden um ca. 6:30 p.m. wieder zurück zu sein. Mehr rutschend als kletternd ging es eilig den Weg zurück. Zum Schluss konnte ich kaum noch die Füße heben. Klatsch naß durchgeschwitzt und dehydriert kamen wir in der Marina an. Inzwischen lauerten die anderen schon auf uns, sie wollten mit uns in das Hafen-Restaurant „La Table Creole“ gehen. Die Bedienung dort war sehr freundlich und hilfsbereit, besonders spannend war die Bestellung, es gab nur eine Französische Speisekarte die auf Tafeln an der Wand hing. Alles war sehr lecker und für die nicht all zu hungrigen ausreichend.

Eine Randbemerkung zum Watermaker: Nachdem er bisher die Tanks zum Durchspülen seines Systems immer geleert hatte, hat er dieses Mal bei unserem Testlauf das erste mal Wasser produziert. Hoffentlich ist dieser Positiv-Test auf Dominika wiederholbar! ;-))

15.05. Antigua nach Guadeloupe

Anstatt um 7 a.m. starten wir jetzt um 9:30 a.m., wir haben wieder Ost 4 mit 1,5 m Welle. Für die Überfahrt haben wir einen schönen Halbwindkurs und machen 7 bis 8 Knoten. Auf Guadeloupe angekommen ist es für das Immigration-Office allerdings zu spät, wir fahren deshalb mit gelber Signalflagge (bedeutet: Wir müssen noch einklarieren) an Deshais vorbei direkt in das Jacques Cousteau Réserve zum ankern und übernachten.

Wie in der Revierbeschreibung erwähnt bietet dieser Ankerplatz etwas weniger Schutz, wir bleiben trotzdem. Am Ufer wird laut gefeiert, Karibische Musik, mit kräftigen Bongos untermalt, schallt zu uns herüber. Uns überkommt ein déjà-vu – hoffentlich wird diese Nacht ruhiger. Nach unserem Landausflug ins Restaurant Rocher, wir haben hier sehr gut gegessen, ist glücklicher Weise die Bongo-Feier beendet. Es wird doch eine ruhige Nacht.

14.05. English Harbour

Am nächsten Morgen ging es weiter zum Falmouth Harbour, von wo aus wir zu fuss zum Einklarieren nach English Harbour gingen. Hier gab es wieder die gleiche Prozedur – Customs – Imigration – Customs – Harbour-Office, eine Stunde später und 124 $ ärmer und wir waren ausklariert. Von English Harbour hatte ich mir etwas mehr versprochen – es war wirklich nur der Hafenbereich im historischen Stil wieder aufgebaut, es gab aber keine Geschäftsmeile oder Hafenzeile. Es waren allesamt niedrige Häuser im Stil des 16. Jh. , aber allesamt sehr gut restauriert.

Den Abend verbrachten wir in der Nähe gelegenen Carlisle Bay. Eine sehr schöne, jetzt in der Nachsaison fast einsame Bucht mit einer dezent gehaltenen Hotelzeile. Dort fand eine Hochzeitsfeier statt, die Braut hatte lt. Aussage unserer Mädels ein weißes Hochzeitskleid mit Schleier, und er einen hellblauen Anzug an.

Nun war es an der Zeit den Generator und den Wassermaker auszuprobieren. Generator läuft, jetzt den Wassermaker. Zum Starten spült er erst einmal ordentlich durch, somit ist der erste Tank alle, aber der Wassermaker immer noch nicht fertig – jetzt Fehlermeldung am System und Restart, aber mit welchem Wassertank? An den zweiten, er war inzwischen auch nur noch zu 2/3 voll, wollten wir nicht so richtig ran! Jetzt ging auch noch der Generator mit der altbekannten Fehlermeldung aus und ließ sich auch nicht wieder starten. Entsprechend Sven seinem Bundeswehrwortschatz: „Lageänderung“. Wir fahren den nächsten Tag also nicht nach Guadeloupe, sondern müssen wieder zurück zum DYC.

Aber zumindest wollten wir in dieser Bucht vor Anker noch eine ruhige Nacht verbringen – wenn da nur die Hochzeitsfeier nicht gewesen wäre. Bis um Mitternacht fanden die stillen Feierlichkeiten mit einer gedämpften Musikuntermalung statt. Mitten in der Nacht

wurden wir von einem herrlichen Feuerwerk geweckt (herrlich für die Gäste). Anschließend ging es erst richtig los, lautstarke Diskomusik bis um halb sechs! Das passte ja super, um sechs mussten wir aufstehen um zur Marina, und dann noch genügend Zeit für die Überfahrt zu haben.

Ein gutes hatte die Nacht allerdings, ich hatte mir die Fehlermöglichkeiten des Generators nochmals überdacht, und schloss auf eine Überhitzung –> Volltreffer, der Generator springt wieder an. Planänderung: Doch nach Guadeloupe! Inzwischen sind aber beide Wassertanks leer – deshalb gibt es noch einen kleinen Zwischenstopp im Falmouth Harbour zum Wasserbunkern.

13.05. Deep Bay nach Jolly Harbour

Für heute ist ein Inseltag geplant, den wir zugleich dazu nutzen wollen um unseren Kat reparieren zu lassen. Außer dem Wasserbereiter hatte sich inzwischen auch der Stromgenerator verabschiedet, so dass die Batterien langsam dem Ende entgegen gingen. Der Kat ist total übertechnisiert, für die Steuerung einfacher Funktionen , wie z.B. dem Spülen der Toilette gibt es ein an einem Datenbus angeschlossenes Modul, und nicht wie herkömmlich ein einfaches manuelles Pumpsystem. In einer Kabine fehlte das elektronische Spülmodul, welches sich durch die Sonderkunstruktion auch nicht beschaffen ließ.

In der Marina schilderten hatte der Stationsleiter von Dream Yacht Charter (DYC) aufgrund unserer Ankündigung schon einen Techniker organisiert, der sofort daran machte die vielen Mängel zu beheben.

In der Zwischenzeit gingen wir unserer Lieblingsbeschäftigung nach – dem Einklarieren. Die elektronische Vorbereitung Mittel eSeaClear war zwar hilfreich, weil die Daten schon im System waren, aber sie ersetzten nicht die Stempel in den Pässen.

Das Immigration-Office befand sich in einem kleinen gelblichen Gebäude mit drei Türen, dem Zoll, dem Immigration -Office und dem Marina-Büro. Entsprechend dem Hinweis vom Stationsleiter begannen wir beim Zoll. Zwei Beamte saßen darin und gingen mit uns nochmals die eSeaClear Einträge durch und ergänzten die für sie wichtigen Informationen. Mit den ausgedruckten Daten gingen wir eine Türe weiter in das Immigration-Office. Hier wurde das Klischee eines Karibischen Immigration-Office mehr als erfüllt. Einmickriges Büro, mitten drin ein großer Kühlschrank mit Mikrowelle und Radio, über der Tür ein Fernseher. Hinter der Theke lag ein alter dicker N… auf seinem Stuhl der unsere Dokumente mit den Daten im PC verglich. Er lag vermutlich deshalb so, um unter seiner Brille hindurch auf den PC blicken zu können. Zwei weitere N…innen saßen im Hintergrund, die eine kontrollierte unsere Pässe und die andere saß im Hintergrund und spielte mit ihrem Handy. Sie lachte von Zeit zu Zeit und wischte sich die Tränen ab. Während er telefonierte donnerte plötzlich mit einem Höllen Spektakel ein Düsenjet durchs Büro, es war gerade eine Aktionszene im Fernsehen – peinlich! Dann fotografierte er unsere Pässe und gab sie wieder an die erste zum Stempeln weiter.

Nach dieser Prozedur durften wir wieder ins Customs Office und die Immigration-Bestätigung abgeben. Aber noch waren wir nicht fertig – wir mussten noch in die dritte Tür – Marina-Büro! Gleiche Besetzung, wieder drei fette N…/innen. Alle drei sahen unsere Dokumente durch und jeder machte auf seinem System ein paar Einträge. An Herzversagen aufgrund der Arbeitsgeschwindigkeit ist hier ganz sicher noch niemand gestorben. Nach Einwurf von ein paar Münzen und Angabe von An- und Abreise-Datum duften wir endlich diesen Ort verlassen. Obwohl wir die einzigen Kunden waren hatte die Prozedur fast eine Stunde gedauert.

Dann die große Überraschung an Bord – der Techniker war wirklich fähig: Der Generator lief schon wieder, eine Sicherung war defekt, und der Wasserbereiter, den der Vercharterer in St. Martin nicht gefunden hatte, war kurze Zeit später auch wieder in Betrieb. Die vielen anderen Kleinigkeiten, wie Duschschlauch austauschen, Steckdosen reparieren, etc., wurden auch gleich mit repariert.

Wir hatten ja Inseltag, und fuhren mit dem Taxi nach St. Johns der Hauptstadt von Antigua. Die Hauptstadt war ernüchternd einfach und herunter gekommen. Wir hofften ein Café oder nettem Restaurant im Bereich der St. Johns Cathedral zu finden. Die Cathedral war seit gefühlt 100 Jahren geschlossen, die Gräber auf dem Friedhof verfallen, und die wenigen Bäume wurden von einem Pärchen als Parkanlage genutzt. Café oder Restaurant – Fehlanzeige. Antigua ist trotz der armen Bevölkerung ein hochpreisiges Pflaster. Auf dem Markt sollten 2 Ananas, 6 Minimangos und 1 Wassermelone 37 US$ kosten.

Gegenüber unserem Kat stand auch der für Manni zugesagte zusätzliche und für uns kostenfreie Kat, um die Platz- und Kabinensituation auf den beiden Kat’s zu verbessern. Ein fast neuer Kat mit einer High-Tech Ausstattung, 49 Fuß mit drei Doppelkabinen, der eine Kat-Rumpf voll ausgebaut als Kapitänskabine (Riesen Bad, Sitzecke und Wohlfühlbett). Manni war inzwischen auf Monserat und lehnte die Rückfahrt und somit auch die Katübernahme ab. Das führte bei uns zu lebhaften Diskussionen, ob wir unsere Crew in zwei Sechser-Crews teilen können und wollen. Untern Strich war uns das Risiko mit lediglich zwei Skippern pro Kat und einer sonst unerfahrenen Crew zu groß. Außerdem hatte wir uns als Crew so gut zusammen gefunden, dass zumindest die möglichen Skipper nicht wechseln wollten. Somit haben wir schweren Herzens den Superkat dort stehenlassen.

12.05. St. Kitts – Antigua

Nun ist zu entscheiden wie es weiter geht. Um wie geplant nach Antigua zu fahren müssen wir unter Motor sieben Stunden gegen eine Welle von 1,5 Metern ankämpfen. Wenn wir Antigua auslassen und Richtung Guadeloupe fahren, können wir einen großen Teil der Strecke segeln. Hier trennen sich nun unsere Wege: Wir fahren nach Antigua und Manni fährt über Montserat weiter nach Guadeloupe.

Wir starten früh nach Antigua und haben nach einer anstrengenden Fahrt um 15 Uhr die traumhaft schöne Karibische Bucht „Deep Bay“ vor uns. Wir genießen den Rest des Tages mit dem tollen hellblauen Wasser und dem hellen feinen Sandstrand. Antigua

11.05. St. Kitts

Heute haben wir Inseltag: Wir verlegen den Kat in die neue Marina Chirstopher in der Nähe von der White House Bay. Eine riesige Marina und für sehr große Yachten gedacht. Unsere beiden Kat’s waren die einzigen in der Marina und wirkten da eher mickrig drin. Leider konnten wir bis zur Abreise nicht heraus bekommen wie hoch die Liegegebühr ausfällt, die Rechnung kommt noch!

Allerdings hatten wir einen super Service: Nach Einwurf von Münzen organisierte uns der Hafenmeister den Immigration Officer zur Marina und besorgte auch gleich einen Bus zur Sightseeingtour. Wir machten eine Inselrundfahrt mit Stopps an den wichtigsten Punkten: Reste einer Rumdestillerie mit Ausgrabungen aus dem 16. Jahrhundert, die schwarzen Felsen (Ausläufer einer Vulkaneruption), die Festung ließen wir aus – der Eintritt sollte 10 $ kosten, das war uns die Festung nicht wert. Die Bevölkerung lebt hier in kleinen ärmlichen Hütten bzw. kleinen Häusern. Dagegen gibt es hier auch reiche Amerikaner die sich mit ihren Millionen riesige Landstriche gekauft haben.

4. Tag 10.05.2016 Von St. Bartolomeo nach St. Kitts

Die Nacht in der Bucht wurde sehr unruhig, denn nach der Windstille zu Beginn der Nacht wurde der Wind immer heftiger. Der Anker von der Yacht neben uns riss sich los und die Yacht trieb gegen den Kat von Manni. Manni hatte Glück im Unglück, denn sein Kat hat nur am Bug ein wenig abbekommen. Die Yacht dagegen hatte sich in Mannis Muring verfangen, dabei wurde die Reling stark beschädigt.

Am Morgen erschien die Bucht wieder so still und friedlich als ob nichts geschehen wäre. Wir genossen die Stille und das sonnige Strandpanorama, badeten und schnorchelten noch ein wenig bis wir dann nach St. Kitts aufbrachen.

Bei der Überfahrt hatten wir Halbwind aus Ost-Südost mit ca. 5 Bft., und schafften dabei eine Geschwindigkeit von sage und schreibe 9 Knoten ;-)). Die Überfahrt war durch das Segeln angenehm ruhig, obwohl wir eine Welle von 1,5 m hatten. Die Geschwindigkeit war allerdings ein wenig schwach für einen Katamaran, aber für den Lagoon wohl schon recht ordentlich – Der Lagoon ist eher ein Luxus-Kat mit Hilfsmast. Von dem vermeintlichen Luxus bekamen wir sonst leider wenig zu spüren, wir hatten uns eher mit den vielen technischen Problemen des Kat herum zu schlagen.

Bei St. Kitts kamen wir erst sehr spät an, und im Hafen Basseterre war für unsere großen Kat’s kein Platz zu bekommen. Wir fuhren deshalb zum Ankern weiter in eine Bucht. Auch diese Nacht wurde wieder sehr unruhig, denn eine der Buden am Strand schien eine Disko zu sein und beschallte die ganze Bucht lautstark mit alten Disko-Hits. In der Nacht auch nahm der Wind wieder mächtig zu, und in Erinnerung an den Vorfall der letzten Nacht hatte ich doch etwas schiss dass sich unser Anker lösen könnte.  Aber die Nacht verlief unfallfrei.

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Anse de Colombier
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Anse de Colombier

09.05.  Bericht vom 3 Tag St. Martin nach St. Bartolomeo

Heute haben wir strahlendes Wetter und beginnen den Tag mit einem Bad im der schönen Bucht. Nach

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Gustavia, St. Barth
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Anse de Colombier

einem harmonischen Frühstück in der Morgensonne wird kurz das Geschirr aufgewaschen, und um 11:00 Uhr haben wir Richtung St. Barts abgelegt.

 

Der Start ging nördlich um St. Martin herum und mit 5 Bft. Ost. – Süd-Ost und einem halben Wind auf St. Bartolomeo zu. Halber Wind war gut um die Segeleigenschaften des Kat zu testen. Beim Setzen des Segels war nach der Hälfte Schluss, das Großfall hatte sich im oberen Drittel verfangen und ließ sich auch mit allen erdenklichen Fahrmanövern nicht frei bekommen. Das wars dann für heute wieder mit Segeln, was wiederum aber bedeutet, dass wir unter Motor mächtig schaukelnd bei 1,5 m Welle nach St. Barts fuhren.

Inzwischen war auch der Steuerbordwassertank leer. Aus Sicherheitsgründen fuhren wir zum Wasserbunkern nach Gustavia, da wir heute Abend in der schönen Bucht „Anse de Colombier“ übernachten und morgen nach St. Kitts übersetzen wollten.

Erstes Anlegemanöver ablandigem Wind: Mächtig schwierig an die Mole zu kommen, da wir immer wieder zur Seite gedrückt wurden, aber nach einigem hin und her Rangieren klappte ein seichter Anleger.

Nun wieder Ein- und Ausklarieren, wir bekamen etwas Unterstützung durch den Immigration-Officer, und die Bootsdaten der Charterjacht waren bereits hinterlegt, wir brauchten nur noch die Crewliste händisch einzugeben, war nach einer halben Stunde erledigt.

Das Wasserbunkern hatte leider nicht geklappt, wir mussten an einer anderen Stelle anlegen. Der zweite Anleger unter den gleichen Windbedingungen klappte noch besser, wir konnten in die Spring eindampfen. Dann 500 Liter Wasser Bunkern – 10 €, und mit Volldampf in das Naturschutzgebiet zum Festmachen an den Muringbojen. Endlich angekommen – Sonne, blaues Wasser, „fast“ menschenleere Bucht und ab ins Wasser zum Abkühlen!

Letztes Highlight für diesen Tag – Unsere zweite Crew stieß kurz vor dem Dunkelwerden wieder zu uns und wurde herzlich begrüßt. Doch durch die Verzögerung und den Ärger mit dem Vercharterer war die Stimmung bei denen an Bord doch sehr angespannt.

08.05. Törnstart

2. Tag: Durch die Zeitverschiebung und die Nervosität war die Nacht um 6 Uhr zu Ende. Es ging daran die Yachtübernahme vorzubereiten. Das Frühstück fand nur so nebenbei statt, denn wir hatten heute einen straffen Zeitplan, um 8 Uhr Beginn der technischen Einweisung und um 9:30 Uhr ablegen um rechtzeitig die Brückenöffnung zu erreichen. Anderthalb Stunden waren für eine Yachtübergabe mit Einweisung schon eng bemessen, außerdem stellten wir lauter technische Probleme fest, die die Übergabe verzögerten. Die Yacht war ein hochtechnisierter Kahn, es wurde alles elektronisch über einen Datenbus gesteuert, auch die Toilettenspülung. Das Modul in der sechsten Talette fehlte leider immer noch – solch ein spezielles Modul war nicht zu bekommen, so dass die 6. Kabine nur unzureichend nutzbar blieb. Außerdem gab die Elektronik aus welchem Grund auch immer keine Spannung auf die Steckdosen – Handys Laden bzw. alle elektrischen Hilfsmittel, bis auf die mit 12 V betriebenen Navigationsgeräte, blieben aus. Entsprechende 12 V Ladeadapter hatten wir zwar dabei, aber die Yacht war so modern, da hatte man auf die alt hergebrachte Technik einfach verzichtet. Bis zum Auslaufen war der Fehler zwar noch nicht gefixt, aber wir waren guter Dinge dass das Problem hinter der Brücke behoben werden kann.

Wir waren pünktlich an der Brücke – aber leider war unsere zweite Yacht nicht mitgekommen, und wie das meist ohne Strom so ist, mein Handy war leer – kein Kontakt zur anderen Crew möglich. Gut, dann werden sie halt bei der nächsten Brückenöffnung eine Stunde später kommen, wir hatten ja auch noch ein paar Themen zu erledigen.

Eine Stunde später: Unser Bordtechniker warf das Handtuch und gab zu diese Technik das Erste mal zu sehen. Das Einzige was er zuverlässig feststellen konnte war, dass der Meerwasseraufbereiter nicht vorhanden ist. Na ja, wir haben zwei große 400 Liter Wassertanks – muss jetzt auch ohne gehen. Vier Stunden später, wir hatten inzwischen etwas gegessen und das erste mal gebadet, hatte das neue Techniker-Team den Stromfehler gefixt, es war irgend eine Steckdose auf der Steuerbordseite. Zumindest hat jetzt der Rest der Yacht Strom, und kann als Lösung akzeptiert werden. Wie sich bei den Vertändigungsversuchen mit der Yacht-Basis heraus stellte, ist das Funkgerät auch nicht in Ordnung. Zum Glück haben wir noch ein Handsprechfunkgerät dabei – das sollte wohl auch reichen.

Wir waren jetzt zumindest so weit, dass wir losfahren könnten, nur leider war die zweite Yacht immer noch nicht aufgetaucht. Bei dem Versuch den Liegeplatz zu verlassen löste sich die Schiffsschraube von dem Backbordmotor weil, wie sich dann heraus stellte, das Gewinde und der Conus der Schiffsschraube ausgeschlagen war. Eine Reparatur war erst am Montag möglich.

Für uns war es nun auch zu spät um nach Aguila zu segeln, wir Ankern in der nicht all zu weit entfernt liegenden Bucht „Grand Case“.

07.05.  Yachtübernahme

Wir sind früh auf, da wir durch die Zeitverschiebung noch im alten Zeitgefühl stecken. Wir haben leichtsinniger weise das Frühstück mit gebucht, und stellen nun fest dass wir dazu in ein Café gegenüber dem Hotel sitzen. Es gibt ein typisch Karibisches Frühstück:

Croissaints oder Creps mit einem Stück Baguettstange und ein wenig Marmelade. Dazu eine Tasse Kaffee und ein Glas Tetra-Pack Orangensaft.

Wir greifen anschließend unser Gepäck und um es in der Marina beim Vercharterer zu deponieren und eine kleine Inseltour zu machen. Nachdem wir das Gepäck abgegeben hatten konnten wir schon die ersten Formalitäten für die Yachtübernahme abwickeln. Die Kaution sollte von der Kreditkarte belastet werden, die Buchung wurde aber abgelehnt. Ich hatte doch extra die Bank informiert und meinen Kreditrahmen erhöhen lassen! Es war Samstag und die Sparkasse in Hannover geschlossen! Adrenalin Ausschütten und VISA Service angerufen – Es stellt sich heraus, dass für die Karibik eine extra Freigabe erforderlich ist. ;-)) Geschafft, die Kaution ist hinterlegt. Ich gebe das Handy gleich an Manni weiter, er hat das gleiche Problem.

Jetzt ist es schon Mittag und der Ausflug über St. Martin gestrichen, da wir die Yachten um ca. 16 Uhr übernehmen können.

Inzwischen sind alle und einige auch schon den Proviant einkaufen gegangen. Bei der Törneinweisung bekamen wir die ganzen Gastlandflaggen und die notwendigen etwas in die Tage gekommenen Seekarten ausgehändigt. Zum Glück hat sich Martin bereits einen eigenen neuen Kartensatz besorgt. Der Nachmittag verfliegt wie im Flug, wir können die Yacht betreten und alles durchchecken.

Die totale Katastrophe: Die fünfte Doppel-Kabine auf Mannis Yacht ist eine Bugkabine, die in Wirklichkeit nur für eine Person nutzbar ist und nur durch eine Decksluke zu besteigen ist.

Nach langen Verhandlungen mit dem Vercharterer bekommen wir eine dritte Yacht ab Antigua zugesagt. Auf der Lagoon 52 haben wir sechs Kabinen, auch wenn eine davon nur Etagenbetten und wenig Platz bietet, aber immer noch besser als eine Bugkabine. Wir sind nun zu zwölft! Abends stellen wir fest, dass die Toilettenspülung in der Doppelkabine nicht funktioniert, somit haben wir eigentlich nur fünf und eine Notkabine. Das Problem können wir am nächsten Morgen bei der technischen Übergabe sicher klären.

06.05.2016

Heute Morgen treffen wir uns in aller Herrgottsfrühe um 5:15 Uhr zum Abflug auf dem Airport Langenhagen. Wir, das sind die Teile von zwei Crews, bestehend aus Waltraud, Martina, Sven und ich von der Lagoon, und  Nicole, Brenda, Monika und Manni von der Catana.

Wie sind schon alle mächtig darauf gespannt was uns die nächsten Tage erwarten wird.
Inzwischen ist es wohl schon zu einer Gewohnheit geworden, zur Begrüßung stoßen wir alle erst einmal mit einem kleinen Gläschen Sekt auf einen schönen Törn an (auch wenn man vor dem Flug keinen Alkohol trinken soll. ;-))

Wir haben uns bereits gestern eingecheckt um den Zirkus mit den Automaten zu umgehen. Aber wie Murphy es so will liegen die Bordkarten griffbereit zuhause auf dem Tisch. Also Adrenalin ausschütten und zum Counter gehen um Ersatzbordkarten zu besorgen.

Wir hatten einen guten Flug und wie geplant hat der Umstieg in Amsterdam (wir hatten nur eine Stunde) gut geklappt. Unser Gepäck hatte übrigens auch nur eine Stunde – ein bisschen knapp fanden wir – aber wird wohl klappen. Pünktlich und heile um 10:40 Uhr auf St. Martin gelandet. Jetzt noch das Gepäck abholen, innerhalb kurzer Zeit sind alle Koffer vom Band verschwunden, nur für die Hannoveraner war nichts dabei. Also mal wieder Adrenalin ausschütten und zum Gepäck-Counter gehen. Nach vielen Telefonaten, das Conterpersonal fing an hektisch zu werden und ratlos zum den Gepäckbändern zu schauen, bangen Wartens und einer gefühlten Ewigkeit – nun setzt sich doch noch ein Gepäckband in Bewegung – Unser Gepäck erscheint, uns überkommt wieder ein Gefühl wie beim heilen Aufsetzen des Flugzeugs, und unser Törn ist gerettet.

Dass Martina auf dem Weg zu Hotel ihr Handy im Taxi hat liegen lassen, ist da nur eine Randnotiz. Sie konnte den Taxifahrer gerade noch am Losfahren hindern – Handy gerettet. Nun sind wir auf St. Martin angekommen, haben die angekündigten 30 Grad, Sonne und hin und wieder ein paar Wolken – Super!!! Urlaub!

Vorbereitungsphase

Die Vorbereitungsphase ist die spannenste Zeit, die Häfen, die Buchten und die Sehenswürdigkeiten der Inseln werden recherchiert.

Inzwischen sind auch die Unterlagen für die Katamarane angekommen – die beiden ursprünglich gebuchten Katamarane Catana 50 sind nicht mehr verfügbar. Das war fast schon zu erwarten – sie waren Bj. 2009, und wären jetzt schon zu alt zum Verchartern. Deshalb haben wie ein Upgrade bekommen – einen Lagoon 52 (ein Superteil, ein Katamaran mit Flybridge) und einen Catana 50 Carbon Infusion, Bj. Okt. 2011 (sportlich geschnitten und damit um einiges schneller als der Lagoon).

Lagoon 52
Catana 50 CI

2. Mai –> Wir sind jetzt bereits im Vorbereitungsstress.

Die letzten Wochen haben wir für Einkäufe genutzt, und uns mit hübschen Bikini und Badehose, Bordkleidung, Bordschuhe usw. eingedeckt. Vor kurzem wurde die Reiseapotheke aufgefüllt, das Anti-Brumm und Hausmittel für Seekrankheit (Vitamin C) beschafft. Eben habe ich die Reiseunterlagen zusammengestellt und die Packlisten zurecht gelegt, nun werden die Taschen vorbereitet, denn Koffer sind zum Verstauen an Bord ungeeignet.

Die Karibik ist auch ohne zu Segeln ein sehr interessantes Reiseziel, deshalb ist Kalle bereits vor dem Segeltörn angereist, und wir nach dem Törn noch eine Woche auf Guadeloupe bleiben. Aufgrund des „Super-Sonderangebotes“ für die Katamarane haben wir uns für die Nachsaison entschieden – ob das wohl richtig war? Kalle hat uns seinen ersten Eindruck mitgeteilt, und man glaubt es kaum: Es ist bewölkt, aber 30 Grad dabei und es weht immer ein Wind.


Fortsetzung Folgt ;-))

Hallo Karibik-Fans!

Dies ist der Beginn eines neuen Blog für unseren Karibik-Urlaub.

Wir planen einen Segeltörn in der Karibik im Bereich der Leeward-Inseln. Wir haben vor einen One-Way-Törn mit zwei Katamaranen von St.Martin über Dominika bis nach Guadeloupe durchzuführen.

Nach langer Planungsphase, wir begannen mit der Törnplanung vor ca. einem Jahr, wird es jetzt langsam ernst. Die ersten Vorbereitungen, wie die Impfungen, Pässe und Reservierungen, sind längst erledigt.
Inzwischen läuft die Detailplanung auf Hochtouren, dazu sind u. A. die Anreisedaten (Marina und Vercharterer-Informationen) zu verteilen und die Proviantliste zu erstellen, sowie die für den Skipper erforderlichen Informationen (Besonderheiten des Segelrevieres, Rahmenbedingungen zum Ein- und Ausklarieren) einzuholen.

Alle Crew-Mitglieder sind aufgefordert sich über die Sehenswürdigkeiten auf den Inseln zu informieren.

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